Liebe daheimsitzenden Nichtreisenden,
Freitag Morgen, puenktlich um 6 klingelt der Wecker und mit Ach und Krach schaffen wir es, nicht nur aufzustehen und zu packen, sondern auch unseren Tourbus in die Ha Long Bucht zu erreichen. Im Bus sitzend, verfallen Hannes und ich auch gleich in einen tiefen Schlaf, der erst durch die Weckrufe unseres Guides, dass wir da seien, gestoert wird.
Nicht ganz ausgeschlafen, schleppen wir uns auf unser Boot, beziehen unsere Kabinen und dann geht die Fahrt schon los: Mit einigen gespraechigen Briten, Norwegern und Australiern an Bord geht es mitten hinein in dieses Weltnaturerbe. Literweise Schweiss absondernd schleppen wir uns durch eine Hoehlenbesichtigung und geniessen das Mittagessen, ehe wir am Nachmittag das erste Mal in den letzten 10 Tagen einmal zwei Stunden relaxen koennen: stilgerecht beschlagnahmen Hannes und ich gleich zwei der Liegen am Dach unseres Bootes, wobei meine mein muedes Hineinfallen nicht ueberlebt und unter meinem Gewicht gleich zerstoert wird: wieder so eine Sache hier in Asien, die einfach nicht fuer grosse (und dicke) Europaeer ausgelegt ist.
Verlegen "besteige" ich eine noch ganze Liege und beobachte nichtstuend das unglaubliche Naturspektakel der HaLongBay.
Bei der anschliessenden Schwimmpause auf offener See beweist Hannes nicht nur seinen Sinn fuer Bauchlandungen nach einem 5 Meter Sprung vom Dach unseres Bootes, sondern auch seinen Sinn fuer Sparsamkeit: so schwimmt er kraftvoll und wie immer ohne Beineinsatz gegen die Meeresstroemung an, um sich 40cent fuer ein Bier zu sparen, dass er sich bei einem Bootshaendler besorgt, ehe er dies einhaendig und wieder ohne Beineinsatz zu unserem Boot zurueckbringt.
Am Abend verzichten Hannes und ich auf Dinner, um uns am Dach unserer Junke schon mal in die richtige Stimmung fuer den anschliessenden Karaokeabend zu bringen.
Einige Tigerbeer spaeter sind wir dann soweit und unter grossem Jubel unserer Mitreisenden betreten wir den Gemeinschaftsraum, Hannes gleich beginnt sein Lieblingslied "November Rain" noch recht reserviert zu traellern.
Nachdem ich verzweifelt nach meinen liebsten Bruce Springsteen-Songs gesucht habe, muss ich mich mit "Dancing in the Dark" begnuegen, bringe den Auftritt aber noch halbwegs ok ueber die Buehne.
Einige nette Unterhaltungen und Getraenke spaeter, ist die Stimmung schon lustiger und ich singe mit Briten und Aussies um die Wette, von Oasis ueber Bob Dylan bis Chris deBurgh wird nichts ausgelassen und erst das mehrfache Entladen der Mikrophonbattieren bringt der Ha Long Bucht endlich Ruhe.
Hannes versucht waehrenddessen verzweifelt sein Norwegisch aufzubessern, was ebenso misslingt, wie sein Versuch auf dem Dach des Bootes zu uebernachten. Zweiteres jedoch nicht wegen eines Verschulden seinerseits, sondern durch einen ploetzlich einsetzenden Regen.
Am naechsten Morgen werden unsere Helden vielzufrueh von ihrem Guide geweckt und zu einer Kanutour genoetigt. Enthusiastisch springe ich mit einer Schottin (eh klar!) ins Kanu, wo ich feststellen muss, dass man fuer den Antrieb, sprich: paddeln, selbst sorgen muss. Meine Motivation ist daher schnell verflogen und da die Dame auch keine Lust hat, zu paddeln, sorgt schliesslich die Stroemung fuer den Antrieb.
Staunend stelle ich derweil fest, dass Hannes alleine in seinem Kanu sitzt und trotzdem schneller wie jeder andere unterwegs ist.
Bei der anschliessenden Rueckfahrt nach Hanoi lerne ich den seltsamen Musikgeschmack einer Britin kennen, mit der ich mich aber dann als Kompromiss dafuer dass ich ihre Kopfhoerer mitverwenden darf auf Bob Dylan einigen kann.
Am Bahnhof Hanoi warten wir schliesslich stinkend und schwitzend auf unseren Nachtzug nach Hue, den wir nach 6 Stunden endlich besteigen duerfen, wo wir uns gleich muede in unser eisgekuehltes Liegeabteil legen und fast die ganze Nacht durchschlafen.
In Hue angekommen, das Hotel bezogen, buchen wir gleich unsere sehr teure Weiterfahrt (2euro fuer 6 stunden Busfahrt) und Hannes lernt dann gleich die Hue'er Spezialitaetenkueche kennen.
Morgen gehts fuer mich auf eine Vietnamkriegstour, waehrend Hannes auf dem Fahrrad/Moped die umliegenden Tempelanlagen unsicher machen wird...
Wie dem auch sei, wir rocken und rollen immer noch und kein Ende (erst in ueber 6 Wochen) in Sicht....
Tam-biet aus Hue!
p.s. fotos gibts das naechste Mal...
Sonntag, 5. Juli 2009
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Hi,
AntwortenLöschenhabt ihr die Vietnam-Kriegstour und vor allem die Moped-Tour eh gut überstanden? Irgendwie beängstigend, dass man gerade jetzt nichts mehr von Euch hört... :-/
lg Michi
jojo, wir leben noch, nur kan baaz ka was zschrieba..,., ab morn wieder
AntwortenLöschengruaß ins kalte österreich
th